Mount Kenia 4985m, der höchste Berg Kenias. Aufstieg in drei Tagen.

Mount Kenia 4985m, der höchste Berg Kenias. Aufstieg in drei Tagen.

Die Idee

Afrika war für viele Jahre unser Urlaubsziel nach der Sommersaison, besonders Kenia und Zanzibar. Anfangs hielten wir uns meist nur am Strand auf, wegen unserem Hobby das Windsurfen. Dann kamen einige Safariausflüge dazu und als wir anfingen auf die Berge zu steigen, erweckten die höchsten Berge Afrikas unsere Aufmerksamkeit. Vor fast zehn Jahren schafften wir es den Mount Meru auf 4562m neben dem Kilimanjaro zu besteigen. Heuer haben wir uns dann den Mount Kenia im Inneren von Kenia ausgsucht. Angeregt von einem Buch über drei Häftlinge eines Britischen Gefangenenlagers im zweiten Weltkrieg, die ausgebrochen sind um diesen Berg zu besteigen und nachher wieder in das Lager zurückkehrten. Das Buch wurde von Felice Benuzzi einem der drei Gefangenen geschrieben. Das Schwierigste war damals durch den Moor bis zum Fusse vom Berg zu kommen und dann auch noch eine begehbare Route um die Gregory und Lewis Gletscher zu umgehen und zum Point Lenana auf 4985m zu gelangen. Der Point Lenana gehört zu den drei höchsten Gipfel des Mount Kenia Massivs, neben dem Nelion 5188m und dem Batian 5199m. Der Nelion und der Batian sind aber nur mit alpiner Kletterei zu erreichen. Der Batian wurde 1899 von Sir Halford Mackinder zusammen mit Cäsar Olier und Joseph Brocherel bestiegen, danach lange nicht mehr. Den Nelion bestiegen Eric Shipton ,Wyn Harrys und Wiliam Bil Tilman 1929. Einige Ortschaften und Istituzionen tragen die Namen dieser Pioniere, Mackinder Hut, Mackinder Valley, Shiptons Camp, Tilman Safari Tours. Die Geschichte der Namensegebung dieser Gipfel stammt vom berühmtesten Medizinmann der Massai Mbatian und seinen Söhnen Sendeyo, Lenana und Neliang ( Nelian). Für die Massai war die Gegend um das Mount Kenia Massiv ein eher gefürchtetes Gebiet, da sie an Zauberei glaubten. Sie erzählten vom weissen Berg und dem Schnee, den sie nicht imstande waren herunter zu bringen, da er auf dem Abstieg zu Wasser wurde.

Die Vorbereitungen :

Wir planten schon nach Ostern 2025 unsere Besteigung im November. Flüge und die Guides haben wir alles selbst gebucht, als Sahnehäubchen dann anschliessend noch drei Tage Strand in Diani Beach bei Mombasa am indischen Ozean. Da wir beim Mount Meru gute Erfahrungen mit einheimischen Anbietern gemacht haben,buchten wir auch diesmal direkt bei Tilman Safari eine Agentur in Nanyuki einer Stadt nahe am Mount Kenia, die auf 1947m Meereshöhe liegt und Startpunkt für die Mount Kenia Trekkings ist. Sofort nach der Buchung machten wir uns daran unsere körperliche Fitness einzustellen. Es wurden viele Touren gemacht, die ähnlichen Charakter, wie die Etappen zum Mount Kenia haben. Hier gibt es aber halt nur Berge maximal bis zu 3300m, die wir ohne alpin zu klettern erreichen konnten. Der Ortler,unser höchster Berg hier ist 3905m hoch, aber technisch viel schwieriger als der Mount Kenia. Unsere Kondition am Berg und auch für lange Tracks war dann schon ab Ende August optimal, nur die Unbekannte, die Höhe über viertausend Meter, blieb unsere Sorge. Beim Aufstieg zum Meru ging es der Marion nicht besonders gut, somit konnte sie das Erlebnis nicht so geniessen. Das wollten wir diesmal vermeiden. Daher stellten wir auch unsere Ernährung so ein , dass unser Körper mehr von diesen roten Blutkörperchen produziert, mit Ingwer, schwarzen Knoblauch und Ähnlichem. Unser Leben ging aber immer gleich weiter, wir sind ja keine Fanaten. Die Wanderungen die wir als Training machten waren alle wunderschön und es gab nie den Moment, wo wir uns überanstrengten . Die längste “ Trainingsstrecke“ war die Besteigung des Weisshorns von Auer aus, in einem Stück: Über 2000 Höhenmeter bei 17 Km konstante Steigung. Diese Tour wollten wir schon lange mal machen und wir waren so stolz darauf, dass wir das so ohne große Ermüdung und Muskelkater überstanden haben.

Die Tour

Geplante Route

Die Tour an sich besteht aus drei Etappen mit den Zeiten wie von unserem Guide vorgegeben.
1. Tag: Sirimon Gate 2644m Old Moses Camp 3384m 8 Km Treck :
Ceck In am Parkeingang. Start Trekking : 12:15 – Ankunft zirka 16:15
2. Tag : Old Moses Camp 3384m – Shiptons Camp 4260m : 16 Km Treck durch das Moor über den Likii Pass und Fluss und über den Nanyuki Pass und durch das Nanyuki Tal. Start 07:30 – Ankunft zirka 16:30
3.Tag : Gipfeltag und Abstieg zum Old Moses Camp : Shiptons Camp 4260m – Point Lenana 4985m Gipfelanstieg 4 Km Treck Start 03: 00 -Ankunft 06:15 zirka , Abstieg : Point Lenana 4985m – Shiptons Camp 4260m : 4 Km Treck Start 06:30 Ankunft 08:30 zirka. Shiptons Camp 4260m – Old Moses Camp 3383m 16 Km Treck durch das Moor : Start 09:00 – Ankunft 15:30.
Das wären dann 48 Km. Aufstieg : zirka 2350 Höhenmeter ; Absteig zirka 1600m
Es kam dann so, dass wir bei allen Tracks wesentlich schneller dran waren, da wir auch nicht übermüdet waren und nur die vom Guide vorgesehenen Pausen einlegen mussten. Nur beim Gipfelanstieg hielten wir uns bis auf die letzten 100 Höhenmetern an dem vorgegebenen Rythmus. Es kann leicht sein, dass wir so auch mühelos bis zum Top hochgeklettert sind.

Der erste Tag 10. November 2025 :

Mit dem Shuttleservice wurden wir zwei und Charles von Tilman Tours in Nairobi abgeholt und über Nanyuki zum Sirimon Gate gebracht. Nanyuki ist eine Stadt auf einem Hochland und liegt auf 1622m. Eine Besonderheit dieser Stadt ist dass sie genau am Äquator liegt. Ansonsten scheint es der Bevölkerung hier relativ gut zu gehen. Durch die Nähe zum Mount Kenia Massiv gibt es hier viel Süsswasser, es ähnelt hier sehr der Seiser Alm, es gibt viele Kühe und Schafe. Man sieht die blauweissen Milchtransporter wie in Südtirol. Gemüse und Obst wird auch mit schon fortschrittlichen Methoden angebaut. Am Gate erreichte uns auch unser Begleiterteam, je ein Träger pro Person, ein Koch und der Tuorenguide Bernard ein junger Bursche 21 Jahre alt. Nach dem Check in wurden uns alle vorgstellt und es gab ein köstliches Mittagessen. Es war halb zwölf, aber wir sind seit mehr als 24 Stunden unterwegs , um halb fünf in Nairobi gelandet, dann um halb sechs abgeholt worden und vier einhalb Stunden bis hier her gefahren. Beide waren wir schon etwas ermüdet. Nach dem Essen wurde umgepackt und den Trägern das restliche Gepäck mitgegeben. Wir wollten den Trägern fairerweise nicht zuviel mitgeben, da wir die Gegend auch das Wetter hier nicht genau kannten ausserdem mussten sie ja den Proviant und sämtliches Kochgeschirr usw. alles hoch und wieder heruntertragen dachten wir. Es war nebelig und bewölkt, man wartete auf den täglichen Regenguss, der in der kleinen Regenzeit jeden Nachmittag hier kommt. Heute sollte es so gegen halbeins regnen. Also starteten wir mit eher schweren Rucksäcken. Von der Landschaft konnte man wegen dem Nebel kaum etwas sehen. Wir gingen acht km und achthundert Höhenmeter auf einer asphaltierten Strasse. Das Einzige was uns etwas ermunterte waren einige Affen die wir begegneten. Kurz nach dem Start wurden wir von einem Auto überholt. Zu unserem Staunen waren es unser Betreuerteam, das uns freundlich zuwinkte. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir Ihnen schon mehr Gepäck mit gegeben. Nach etwas mehr als zwei Stunden Wanderung gegen halb drei , waren wir am Old Moses Camp auf 3384m angekommen. Diese Schutzhütte besteht aus zwei langgezogenen Holzhütten mit Bretterwänden und grünem Blechdach. In einem befinden sich zwei Schlafräume mit zirka 10 Stockbetten, die Toiletten mit fliesendem Wasser und zwei Duschen und Waschbecken, die Räume für die Träger und Küche. In der zweiten Hütte ist der Speisesaal, mit Betonboden und Fenster mit Talblick, Tischen und Plastikstühlen für ungefähr 50 Personen, sehr düster feucht und kalt. Wir bekamen einen Schlafsaal für uns alleine, im anderen waren auch nur noch vier Personen, ein Österreichisches Paar die vom der Gpifeltour erwartet wurden und zwei Spanierinnen die erst spät vom Sirimon Gate angekommen sind. Inzwischen wurde es total nebelig und leichtes Nieseln setzte ein. Beide waren wir von der Anreise müde, machten uns etwas frisch und versuchten in den Betten etwas aus zu ruhen und uns aufzuwärmen. Die Temepratur war leicht über dem Nullpunkt. So um halb fünf kurz vor der Dämmerung ist das österreichische Paar in unserem Alter vom Shiptons Camp angekommen. Sie sahen total erschöpft und ausgelaugt aus. Nachdem Sie sich erholt und geduscht haben, fragten wir sie, über die Besteigung und das Shipton Camp. Das obere Camp ist noch primitiver und weniger gepflegt als dieses hier. „Gestern hat es den ganzen Tag geregnet, wir haben im Schlafsack gewartet, heute morgen sind wir aufgestiegen aber oben war viel Neuschnee und wir mussten spuren und Treppen in das Eis schlagen, dann der Rückweg durch das Moor, sehr anstrengend. Am Gipfel war es ein tolles Erlebnis, aber die Hütte katastrophal.“ Das Paar war aus Nauders in Tirol und er war bei der Bergrettung, also jemand der sich am Berg auskennt, dachten wir. Das war für uns keine Aufmunterung, auf keinen Fall ist uns von der Erzählung warm geworden, wie wir gehofft haben. Ich bekam kurz Gänsehaut und dachte mir, wenn alles durchnässt ist, wie am Meru dann gehen wir diesmal nicht weiter. Schon um halb sechs gab es das Abendesssen, das wir eher mit gemischten Gefühlen zu uns nahmen. Auch die zwei Spanierinnen neben uns machten nicht gerade einen beruhigenden Eindruck. Ich sagte zu Marion: „wir brauchen mal wieder ein paar Stunden ruhigen Schlaf und vielleicht scheint morgen die Sonne, so wie es der Wetterblog den ich mir auf mein Handy geladen habe vorraussagt, dann sieht alles wieder anders aus.“ Nach dem Essen gab es ein kurzes Briefing mit Bernard, viel über Wetterprognosen wollte er nicht verraten oder eher wusste er nicht so bescheid. „Es regnet jetzt jeden Tag am fühen Nachmittag ,hies es einfach“. Da es schon eine Weile dunkel war, machten wir es uns in unseren Stockbetten so gut wie möglich gemütlich. Von oben( Mit Mütze) bis unten( warme Socken) gekleidet packten wir uns in den Schlafsäcken ein. Leider war es aber im Camp alles andere als ruhig. Die Träger und Guides unterhielten sich noch eine Weile, leider hörte man durch die dünnen Holzbretter alles. Dann als endlich Ruhe war begann eine der Spanierinnen im Schlafraum nebenan ihre Sachen zu sortieren. Wir waren Wand an Wand, aber es kam mir vor als wie wenn sie die Reisversschlüsse unserer Rucksäcke auf und zu machen würde, dann raschelte sie mit einer dünnen Plastiktüte, wenn sie den Kopf drehte ging auch der Schein der Stirnlampe mit, das schimmerte durch die Spalten der Bretterwand, einfach nervig, wenn man schlafen möchte. Dann merkte ich, dass Marion schlief, das beruhigte mich, irgendwann verzählte ich mich bei den Schafen und als ich gegen 3 Uhr Nachts aufwachte ging es mir schon wesentlich besser, es fühlte sich warm an. Marion schlief wie ein Murmeltier und hatte sich schon die Socken ausgezogen. Ich machte eine Runde auf die Toilette und ging kurz ins Freie, der Himmel war wolkenlos, voller Sterne, in der Ferne erspähte ich den Gipfel des Mount Kenia, alles frei sichtbar, aber der Himmel war von einem arktischen Blau, was bedeutete dass es a…..h kalt war.

Der zweite Tag 11.November 2025:

Gegen sechs Uhr morgens war es wolkenlos, in Richtung Osten glühte es rot, kurz vor Sonnenaufgang. Der Marion ging es auch gut, wir freuten uns auf das Frühstück. Es war lecker, und reichlich wir essen aber eher wenig, da wir uns eher schwer tun mit vollem Magen zu wandern. Dann wurde uns ein Lunchpaket für die Mittagspause unterwegs mitgegeben, jetzt Rucksäcke packen und die richtige Kleidung anziehen. Die Österreicher hatten uns zu guten wasserfesten Schuhen geraten. Die zogen wir an und die Gamaschen darüber wegen dem Moor, natütrlich hatten wir keine Ahnung was uns erwartete. Dann beim Einpacken unserer Schlafsäcke gab es noch einen Schreckensmoment. Wir hatten etwas Mühe beim Einpacken, wie man so oft in Berichten liest, in der dünnen Luft bekommt man Schwierigkeiten bei einfachen Dingen, wie Knöpfe zumachen oder Reisverschlüsse schliessen . Ich hielt etwas inne und musste mich stark konzentrieren. Marion ging es noch schlechter, sie bekam starke Kopfschmerzen, wie bei einem starken Mirgäneanfall. „Wenn das so schlimm ist müssen wir abbrechen und absteigen sagte ich gleich“. Doch schon nach einigen Minuten war der Schmerz weg, so wie er gekommen ist. Wir warteten noch eine Weile und entschieden dann mal zu starten. Sollte ihr wieder schlecht werden, würden wir abbrechen. Ich plazierte mal die notwendigen Medikamente für so einen Fall griffbereit im Rucksack. Dann pünktlich vor halb acht Uhr waren wir startbereit. Bei den beiden Spanierinnen, die auch losgehen sollten gab es auch ein Problem, eine hatte Magenprobleme und musste leider absteigen. Wir wünschten den beiden noch viel Glück , schade ist es schon aber Gesundheit geht vor dachte ich. Die Österreicher wünschten uns auch viel Glück beim Aufstieg und dann ging es los zum Shiptons Camp. Vor dem Start bot ich unserem Guide noch eine Wette an und zwar, daß die Träger uns bis zum Camp nicht einholen werden, wenn sie sich zu viel Zeit lassen. Er winkte ab, das wird nicht passieren meinte er ganz sicher. Das Camp liegt zwar „nur „890m höher, aber durch das Auf und Ab bei den Pässen sind doch über 1100 Höhenmeter zu überwinden. Die erste halbe Stunde ging es gleichmäßig hoch bis zur Sternwarte wo auch eine Stromleitung hinführte, dann überquerten wir ein Hochland mit hohen Grasschopfen, viel Wasser und Moor. Marion erwischte gleich so ein Loch und versank trotz Stöcke bis zu den Knien. Zum Glück wurden wir gewarnt, die Schuhe mit den Gamaschen haben sich gleich bewährt, soweit blieb sie noch trocken. Auch das Wetter zeigte sich nur von der besten Seite. Auf einer Höhe von 3700m überquerten wir dann über eine schön gebaute Brücke den Fluss Likii. Danach fühlten wir uns beide in unserem Element, ich weiß nicht wie ich das erklären soll, nach monatelanger Vorbereitung mit der Ungewissheit wie wir es in dieser Höhe schaffen werden. Die ganze Landschaft um uns herum spiegelte unser Glück wider, ich sah, wie sich Marions Gesicht erhellte, hörte sie dauernd sprechen, es taugte ihr. Alles an diesem stralhenden Vormittag war so frisch und sauber nach dem Regen. Jetzt marschierten wir den Ufern des Bachs entlang der gleichmässig von Osten nach Westen führte. Beim Gehen dachte ich immer wieder an dem ersten Blick auf dem Massiv, den wir beim Überqueren der Brücke erhascht haben, wie unsere großen Berge in unserer Heimat mit den Gletscherhängen seitlich, wo wird da wohl der Aufsieg sein. Wir arbeiteten uns flott voran, sprangen von Stein zu Stein, wo das Ufer schmal war oder gingen auf den Bachkieselsteinen oder Grasschopfen wo es trocken war. Wir waren voll damit beschäftigt, jetzt kam aber diese geheimnisvolle neue Landschaft die sich auf Schritt und Tritt neu präsentierte. Farben so leuchtend und prunkvoll, wie man sie niemals bei uns in Europa treffen würde, außer vielleicht in einem Traum. Mir kam es vor wie in einem riesigen botanischen Garten. Halbhohe Bäume mit glatten telefonmastenähnlichen Stämmen bildeten manchmal grüne Barrieren, Baumriesen, die auf bloßliegenden Wurzelstöcken ruhten, ich nannte sie Riensentöpfe, riesige Feigengewächse die mich an Tschernobyl denken machten, gelbe Schwerter, Glockenblumen, ich nannte sie Riesenmikrofone, dann die Disteln mit monsterartigen violetten Köpfen. Da passierte es schon, dass man mal einen Schritt in einer Pfütze riskierte. So schön wie die Vegetation sich präsentierte, so wenig aufregend war die Tierwelt, vielleicht auch besser so. Während der Wanderung begegneten wir kaum Tiere ausser eine Gruppe von Affen und die sehr scheuen Colobus Affen, die sofort verschwinden. Einige sehr schöne Vögel darunter ein laut krächzender Loris mit blutroten Schwungfedern. Ansonsten am Pass eine Bachente die gerade brütetete und ein paar Mäuse, so wie sie bei uns auch in den Bergen zu sehen sind. Dann waren wir endlich vor dem letzten Hügel, der Mount Kenia Massiv stand in seiner ganzen Größe vor uns. Von rechts der Krapf Glacier, Point Thomson 4955 ein Turm, der Batian 5199m dann der Lewis Glacier mit seiner unüberwindbaren Zunge zum Gregory Glacier, dann links endlich der Point Lenana auf 4985m. Mich schauert es am ganzen Körper,“ wie wird der Zugang da wohl sein?“ ‚Hatte der Österreicher doch recht mit „schwierig“, ich verdränge alles und denke an die vielen angeschauten Videos mit unerfahrenen Wanderern die das geschafft haben. Genau pünktlich um ein Uhr waren wir dann beim Shipton Camp auf 4272m Höhe angekommen und das ohne die kleinsten Schwierigkeiten mit dem
Sauerstoff zu spüren.

Von unserem Team war noch keiner angekommen, Wette gewonnen. Sie trafen nach und nach mit langen Gesichtern ein. Das Wetter meint es gut mit uns, immer noch blauer Himmel hier am Camp, es liegt direkt am Fusse des Bergmassivs am Talschluss. Die ersten Kehren des finalen Aufstiegs sind erkennbar, ungefähr kann man sich die Route ausdenken: Machbar!! Der Camp scheint uns eigentlich gar nicht so übel, wie es uns berichtet wurde. Die Schlafräume sind eindeutig besser isoliert, jeder hat eine eigene Toilette. Da wir heute die einzigen Übernachtungsgäste sind lässt uns Bernard den Raum aussuchen. Wir nehmen einen wärmeren, sogar mit Isolierpannelen verkleideten Raum. Auch die Matrazzen sind neuer und bequemer als am Old Moses Camp. Im Essenstakt gibt es einen Kaminofen, der aber seit längerem nicht mehr benutzt wurde, schade. Jetzt legen wir mal alles was feucht ist in die Sonne und der leichte Wind hilft auch dass alles auf dieser Höhe noch trocknet. So ein Glück. Es gib hier am Gelände der Hütte kleine Tiere, die unseren Murmeltieren sehr ähnlich sind. Sie heißen Dassie ( Klippschliefer) sind gar nicht scheu hier, auch sie sonnen sich auf den warmen Felsen und beobachten uns neugierig. Jetzt haben wir sogar Zeit uns ein wenig mit unseren Helfern zu unterhalten, zeigen Ihnen Fotos von unserer Heimat mit den schönen Bergen und dem vielen Schnee und die vielen Gletscher, die auch leider immer weniger werden.

Als gegen vier Uhr die Sonne untergeht, zieht ein böiger Wind vom Osten her auf und in kurzer Zeit ist das ganze Massiv mit dunklem Nebel umhüllt. Dann bei Eintritt der Dunkelheit das Abendessen, noch die Rucksäcke für den Gipfelanstieg nur mit dem Notwendigsten packen. Gegen halb sieben packten wir uns in die Schlafsäcke ein. Inzwischen hat der Wind hefitg zugenommen, aber es war wolkenlos, am Himmel ein Sternemeer. Dann nach ungefähr einer halben Stunde ist noch eine Gruppe an der Hütte angekommen. Es war eine der Spanierinnen die nachgestiegen ist und auch um drei Uhr Morgens dann zum Gipfel aufbrechen wird. Wir brauchten dann doch eine Weile bis wir endlich geschlafen haben. Gegen Mitternacht wurde der Wind noch heftiger, ich dachte schon jetzt kommt ein neues Problem beim Aufstieg dazu, aber als Segler und Windsurfer habe ich gelernt die Abstände zwischen den Windböen zu beobachten und ich merkte dass er regelmässig nachlies und die Abstände größer wurden, es hat mich beruhigt und ich bin noch einmal eingeschlafen. Dann so um zwei Uhr hörten wir unsere Gruppe aufstehen und das Frühstück vorzubereiten.

3. Tag 12. November 2025

Um halb drei Uhr wurden wir „geweckt“ , das Frühstück war super gut und wir bekamen noch einen Wundertee mit Ingwer, Zitrone und Knoblauch mit, eine Bombe, phänomenal. Sie fragten uns auch schon wegen der Lunchpackete für den Abstieg zum Old Moses Camp. Etwa um fünf nach drei Uhr standen wir vor dem Schild vom Shiptons Camp mit den eingeschaltenen Stirnlampen , Stöcke, warm eingepackt, leichte Rucksäcke. Die wichtigsten Utensilien dachten wir uns werden wohl die Grödeln sein, denn ab viertausendfünfhundert Meter liegt noch reichlich Schnee, der auch vereist sein müsste, wir haben ja konstant unter null Grad. Bernard sagte uns schon gestern beim Briefing, dass wir uns an seinem Rythmus halten mussten. Er erklärte uns die drei Teilstrecken, die man von unten nicht genau ausmachen konnte. Die erste war eher wenig steil in vier Serpentinen bis zu einem kleinen Vorgipfel. In sehr langsamen Schritten schlängelten wir uns also hoch. So zu gehen sind wir einfach nicht so gewonht, ich beobachtete Marion, wie sie mehrmals bremsen musste, um nicht Bernard in den Fersen zu treten. Ich tüftelte mir eine Technick aus, mit der ich dann zurecht kam. Ich hielt mich so weit zurück, wie der Lichtschein meiner Lampe reichte, so konnte ich immer einige Schritte rangehen und wieder warten. Die zweite Teilstrecke wurde dann etwas steiler mit etwas Lavageröll und darunter Eis. Wir wandelten wie mondsüchtige an einem Grat entlang. Unter uns in einer Mulde ein See, von dem wir aber wegen der Dunkelheit nur die Umrisse erkennen konnten. Es kam mit vor, wie in einem alten Schwarzweißfilm mit Luis Trenker. Weiter unten sehen wir auch die zwei Lichter der Spanierin und ihrem Guide, die einige Minuten nach uns gestartet waren, ein zwei Mal ruften sich die Guides auch zu. Dann ging es ohne Pause etwas steiler die Südostwand des Massivs hoch , rechts leuchteten die Ausläufer der beiden Gletscher in bizarren Farben wie Diamanten. Bei den Anblicken hier habe ich ganz vergessen auf welche Höhe wir uns befinden. Ich bewege mich wie in einem Flow,einfach nach oben, ohne daran zu denken. Hinter einem Felsturm leuchtete plötzlich der Batian 5199m mit seiner ganzen Größe vor uns. Da er höher ist,wird er schon vom Sonnenlicht in einem leuchtendem Rot beleuchtet. Jetzt kann man auch zu unserer Linken die Fahne am Gipfel des Point Lenana erkennen. Mit etwas schwierigeren Blockkletterei geht es weiter hoch, da geht Bernard kurz zur Seite und Marion lässt sich nicht bitten, sie übernimmt die Führung, jetzt sind wir in unserem Element, da die Route gut auszumachen ist geht es jetzt eher zackig. Marion ist gut beim Wählen der richtigen Stützpunkte und Griffe, dann stehen wir urplötzlich vor einem Schild : “ Via Ferrata Olonana , highest ferrata in the World“ ? “ Na ja “ , denken wir beide. Von da aus geht man über drei Steigeisen über eine Felsmauer hoch, dann ist man auf dem Gipfel des Point Lenana 5985m. Es ist zehn vor sechs Uhr, bis zum Sonnenaufgang dauert es noch eine knappe halbe Stunde, doch vorerst mal sind wir beide schon etwas emotional berührt, es überkommt einem einfach, wenn man diese Weite vor sich hat. Zudem der rote Horizont um uns herum, wie in einem Traum. Ich habe Marion ein paar mal fest gedrückt, eigentlich nicht um sie zu umarmen, nein, ich wollte wissen, ob ich wohl etwas spüre, ja ich spürte etwas also war es wahr, dass wir hier standen. Beide standen wir stabil ohne zu taumeln, am Gpifel war auch genügend Platz. Dann Fotos, Fotos, Fotos und so weiter. Das Panorama hier war schon schöner als am Mount Meru, da ringsum schon ein Massiv und ein Hochland mit mehreren Gpifeln zu sehen ist. Dann bekommen wir noch die Glückwünsche von Bernard. Beim Foto mit dem Banner von der Tilmanns Tour, tun wir uns schwer, den gerade zu halten, der Wind macht sich immer mehr bemerkbar. Noch ein paar Minuten hier um alles auf unseren Rechner ( Im Gehirn, wenig giga) zu speichern.

Vor dem Start zogen wir uns die Grödel für den Abstieg an, denn unter dem Schnee war es steinhartes Eis. Ich zeigte diese dem Bernard, der so etwas noch nie gesehen hat. Dann ging der Abstieg los. Da zeigten wir aus welchem Holz wir geschnitzt ,sind meinte Marion, mit Stöcken und Grödeln ging es den Serpentinen entlang runter. Nur beim Einstieg in den Kletterteil hielten wir an, weil die Sonne aufging und wi auch gerade eine größere Gruppe beim Aufstieg begegneten, sie kamen von der Chogoria Route her hoch. Beim See machten wir auch noch einige Aufnahmen, jetzt konnten man ihn auch besser sehen. Bei Tageslich sehen wir, dass die Aufstiegsroute gar nicht schwierig oder gefährlich war. Nach dem Seee habe ich dem Bernard kurz die Grödeln zum Testen überlassen. Er zeigte sich begeistert von diesen Geräten um so mehr war er erfreut, als Ich Ihm sagte bei dem Camp bekommt er unsere beiden Paare geschenkt. Jetzt liesen wir uns nicht mehr bremsen. Für den Abstieg brauchten wir etwas mehr als eine Stunde, um viertel nach sieben waren wir am Shiptons Camp.

Unser Koch und die Träger wurden schon wieder von uns überrascht und in Windeseile hatten sie ein köstliches Frühstück parat. Jetzt merkte man Ihnen an, dass sie es eilig bekamen, denn sie wollten sich jetzt auch etwas beeilen, sie wollten beim Old Moses Camp schon vor uns ankommen. Sie waren auch etwas aufgeregt, da sie jetzt hörten, dass wir ihnen einen Tag schenken, da wir nicht mehr im Camp übernachten wollten, sondern noch nach Mittag nach Nairobi zurückfuhren, um einen Tag mehr am Strand verbringen. So konnten wir schon kurz nach acht Uhr in Richtung Old Moses Camp starten. Es ging jetzt alles leichter, wir haben den Weg und das immer noch schöne Wetter genossen. Der Steig war in den zwei regenfreien Tagen merklich trockener geworden. Erst nach dem Liiki Fluss ist es noch einmal rutschig und sehr schlammig geworden, doch wir waren sehr konzentiert und wichen den Schlammlöchern geschickt aus.

Das Old Moses Camp erreichtet wir um viertel nach ein Uhr, die letzten hundert Meter im Laufschritt, um zu zeigen wie gut wir uns noch fühlten. Dann ging alles schnell, das Gepäck im Auto des Teams verladen. Leider konnten wir uns kaum waschen, da die Waschräume abgesperrt waren. Mit einem Schlauch erledigten wir das am Brunnen beim Parkplatz. Dann alle acht Personen samt Gepäck und Ausrüstung in das Auto zum Sirimon Gate und dann nach Nanyuki, wor uns Charles der Fahrer mit unserem Koffer erwartete. Wir mussten zur Polizeistation, da unserem Fahrer sein Wagen wegen Falschparken sequestriert wurde! Charles Mouriuki von Tilmann Safaris organisierte einen Leihwagen mit dem wir dann nach Nairobi in das Luxuhotel Argyle gerbracht wurden. Wir hatten schon etwas bedenken, weil wir noch in Wandermontur vom Mount Kenia ankamen. Doch wir wurden äusserst professionell empfangen. Der Page brachte uns samt Rücksäcken und Gepäck auf unser Zimmer. Nachdem wir uns ausgiebig geduscht hatten, nahmen wir im Hotel ein köstliches Dinner ein. Nach einer durchgeschlafenen Nacht sind wir dann nach Diani Beach ( 1Stunde) geflogen und haben dort 3 wunderbare Tage am indischen Ozean verbracht.

Es wor oanfoch bearig. Pfiiat Enk


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