Anstatt noch einmal in deas schöne Valsertal zu fahren um dort zu den beiden Seen Marbelsee und Wilden See über das Rauhtaljoch zu gehen, haben wir kurzfristig umdisponiert. Nach langem Überlegen und Studieren beschließen wir wieder ein Neuland für uns zu erkunden. Wir fahren heute Sonntag den 12.Juli gleich am frühen Morgen in das Pfunderer Tal, genauer gesagt nach Dun auf 1.480m ( Bis Dato noch nie gehört davon), um, wenn alles passt bis zur Napfpsitze auf 2.888m hoch zu steigen. Das wären dann heute wieder einmal 1.453 Höhenmeter,etwa gleich viel, wie am letzten Sonntag zur Wilden Kreuzspitze. Gestern haben wir noch bis halbzehn in der Küche von der Leuchtenburg mit dem Koch Luca aus dem Gadertal die Gäste verwöhnt. Die Nacht haben wir alle drei sehr gut geschlafen, obwohl allgemein über die große Hitze geklagt wird. Darum haben wir es leicht geschafft schon um zwanzig nach sieben in Dun, nach einer tollen Anfahrt über das Pfunderer Tal zu starten. Im Gegensatz zu dem benachbarten Valsertal hat man hier schon ein besonderes Heimatgefühl. Es gibt kaum große Hotelschuppen, keine Skilifte, überhaupt ist es hier sehr ruhig und doch sind alle Häuser wunderbar gepflegt und neuwertig. Es ist alles vorhanden und die Infrastrukuren für die Bewohner sind funktionell angelegt. Ab Pfunders muss man einfach eine Gebühr bezahlen, da kann man wählen, wo man dann parken möchte, entweder am ordentlichen Parkplatz oder, am Strassenrand, wie es einige Schlaumeier immer noch versuchen um ein paar Meter weniger zu gehen, denn man ist ja hier um zu“ Wandern“. Auf jeden Fall muss ich mir am Parkplatz keine Sorgen machen, ob ich wohl die Handbremse gut gezogen habe. Es ist kühl hier, nur 11 Grad und der Weg ist am Anfang noch im Schatten, es geht dem Eisbruggbach entlang zuerst über einen Forstweg, dann über einen steilen Steig hoch. Bald sind wir schon bei der Egger Bode Alm , danach wird es steil, hier weiden auch einige Kuhherden, die wir lieber umrunden ( Lady ist mit Kühen aufgewachsen, aber die Kühe nicht mit Lady). Nach der “ Drosse Steigung“ ist man etwa auf der Baumgrenze, da wird es dann auch traumhaft schön. Es öffnet sich das Eisbruggtal vor uns, an deren Ende das Massiv des Weißzintferners majestätisch dasteht, ein Berg so wie Ihn die Kinder zeichnen würden, wie eine Pyramide mit Gletscherbächen, die an allen vier Seiten herabdonnern. Bei der Eisbruggalm ist man noch beim Vorbereiten auf den Sonntagsansturm, denken wir. Da auch da wieder Kühe waren, ( einegezäunt) wird der Rythmus meiner zwei Begleiterinnen flotter, ich folge brav und passe mich an. Kurz vor dem See sagt dann die Marion „ bin cotta geamr bitte longsomer“ , ich fühlte noch nicht so, aber da ja sie das Tempo vorlegte, war es für mich auch kein Problem. Dann der Eisbruggsee, ein Traum. „Guat dass men net mitn Auto auerkimp“, wie am Pragser Wildsee, sage ich zu Marion, “ jo gell sunscht war der vielleicht dr scheanste Sea“, meint sie. Kurze Rast. Dann weiter, jetzt holt uns eine Gruppe von 6 Berggehern aus dem Gadertal ein, so in unserem Alter. Wir kommen gleich ins Gespräch und wir erzählen, dass Luca unser Koch auch Gadertaler ist. „Jo zem hobn wir uns schun a mol afn Berg begegnet, afn Schworzhorn vor zwoa Jor gell“. „jo sou a Zuafoll genau i konn mi jez a bsinnen“. Von da an gehen wir dann auch langsamer weiter zuerst bis zur Edelrauthütte und weil es noch früh genug ist beschliessen auch wir gemeinsam, den etwas schwer zu besteigenden Gipfel zu versuchen. Der letzte Aufstieg ist dann wirklich nicht für Anfänger, es ist höchste Konzentration angesagt und die Lady wird am Klettergurt genommen, wir lassen auch unsere Stöcke stehen, da man oft auch die Hände zum Klettern braucht. Die Marion steigt voraus, da sie abschüssige Passagen nicht so gerne macht, doch es stellt sich als nicht soo schlimm raus, wie wir vermuteten. Vor dem Gipfel ist ein kurzer Übergang, den schafft sie mühelos, dann kommt die Lady und ich, geschafft.










Der Rundblick: ein Traum, vor uns der Hochfeiler und der Hohe Weisszint mit ihren Gletscherfernern. Es ist noch früh am Tag, da sind noch nicht so viele Bergstwanderer hier, übrigens nur Südtiroler, keine Touristen, „dei miasn nou di Goggilar in Hotel einpockn und kemmen ersch spater „,meint ein Pusterer. Am Gipfel bin ich so überwältigt und auch froh, dass wir es so ohne Probleme geschafft haben, dass ich vergessen habe ein Gipfelfoto mit meinen zwei liebsten und treuesten Begleiterinnen zu machen. Ich sorge mich schon vor dem Abstieg bis zur Edelrauthütte und hoffe auf nicht zu starken Gegenverkehr. Bergab läuft es dann auch wieder ganz toll, wir machen den ganzen Abstieg in voller Konzentration. Der Gegenverkehr war nicht mehr so arg, abgesehen von drei Montainbikern die ihre Räder auf den Rücken hochtragen, sie wollen am Grat über den 6er Steig über die Seebergseen nach Lappach abfahren. Leider kann ich da bei aller Tolleranz kein großes Verständnis für solche Abenteuer aufbringen. Dann ab der Hütte geht alles gut. Die Hütte ist kurz vor 12 Uhr schon gut mit Südtiroler “ Adabeis“ belegt, die vom näheren Neves Stausee 1.856m hergewandert oder geebikt sind. Wir gehen vorbei obwohl es der Lady auch hier gefallen würde. Am sehr idyllischen Eisbruggsee tauchen wir kurz ein und es geht weiter bis zur einfacheren Eisbruggalm. Da lassen wir es uns gutgehen und man kommt sich hier sofort gut aufgehoben vor, vor allem wird man mal herzlich begrüßt und das im Dialekt kein Englisch ist gefragt. Alles was angeboten wird ist hervorragend, speziell der Graukäse von der „Mamme“, nur zu empfehlen. Weiter geht es dann wieder den gleichen Weg zurück. Da merken wir erst, was das für eine Wanderung ist mit zwanzig Kilometern Strecke und 1.455 überwundenen Höhenmetern. Kein Wunder dass wir erst nach acht Stunden etwas geschlaucht wieder in Dun ankommen.
Die Strecke ist 19,8 km lang bei 1.453 Höhenmetern, wir waren 5 Stunden und 20 Minuten unterwegs ( reine Gehzeit). Start in Dun 1.480m im Pfunderertal, dem Steig Nr 13 bis zur Edelrauthhütte 2.545m folgen, dann rechts den Gebirgssteig Nr 6 bis zum Gipfel 2.888m hochsteigen. Rückweg gleich wie Aufstieg. Alternativ kann über die Valscharte, Steig Nr 18 absteigen ist sehr schön aber länger.
Mit Hund: Nur für bergtaugliche sehr fitte Hunde geeignet. Klettergurt notweidg. Wasser findet man bis zum finalen Aufstieg genügend. Achtung auf weidende Kühe, besser umrunden! Wir hintelassen aus unseren Wanderungen in der Natur keinen Müll. Dankeschön.
| Entfernung: | Keine Daten |
| Minimalhöhe: | Keine Daten |
| Maximalhöhe: | Keine Daten |
| Differenz max/min: | Keine Daten |
| Höhengewinn (~): | Keine Daten |
| Höhenverlust (~): | Keine Daten |
| Dauer: | Keine Daten |
