Diesen Gipfel hat Jos öfters in seinem Tagebuch erwähnt. Wir waren vor zwei Jahren bis zum Madritscher Joch früh am Morgen bei gutem Wetter aufgestiegen. Bei einer kurzen Rast ist Nebel aufgezogen, keine Sicht mehr, uns blieb nichts anderes übrig, als den Gipfeanstieg zu verschieben und zurück zu gehen. Heute sieht es aber besser aus, nach einem superschönem Kurzaufenthalt in der Zufallhütte starten wir ohne große Eile gegen halb acht los. Den Weg bis zum Joch kennen wir schon. Durch dieses Tal zu gehen ist aber immer ein voller Genuss. Auch die Lady rennt wie verwandelt, Marion gibt den Ton an, ich bleibe vorsichtshalber mal hinten. Es ist nicht ganz sicher, dass ich nach dem Einbruch im Fassatal wieder ganz fit bin. Die kühle Temperatur und die feine Strecke sind da sicher eine gute Hilfe. Hinter uns kommen noch zwei Wanderer nach. Marion hat sie bemerkt und erhöht mal das Tempo bei den steilen Stücken, das wirkt. Lady hat viel zu tun, sie will dauernd in den Wasserlauf steigen und sich schon jetzt abkühlen. Beim Anstieg rätseln wir beide, wo wohl die Madrischer Spitze und die Plattenspitze sein mögen. Erst als wir kurz vor dem Joch sind wird uns beiden klar, wo diese Gipfel wirklich sind, beide sind nahe an der Vorderen Schöntaufspitze, aber jeweils über andere Täler leicht zu erreichen. Schon kurz nach neun Uhr sind wir am Joch, wunderschön hier, man sieht heute wirklich die ganzen Berge ringsum, vor uns Sulden mit seinen Liften, Skipisten, Betonpfeiler, Fangnetzen, Schneekanonen, Zufahrtswegen für Laster, volle Staubecken für die Beschneiung, alles fast bereit für die kommende Wintersaison, schaut kahl und landschaftlich ausgelaugt aus. Hinter uns das dagegen unberührte Madritscher Tal, grün mit den vielen Wasserläufen, ein schmaler Steig passt sich der Landschaft an, dann weiter rechts die Kachel und das Butzental, ein Glück daß man hier kein Skigebiet errrichtet hat. Wir sehen einen Wanderer auf dem Weg zum Gipfel, für den zwar ein Schild steht aber der nicht markiert ist. Es gibt zwei Varianten hochzusteigen, wir nehmen den Steig rechts, der Anfangs leicht bergab geht, dann links folgen ir den Spuren. Es wurden schon steinerne Mandln aufgestellt, aber bei einer fragwürdigen Aktion machten sich Gelangweilte einen Spass daran alle umzuschmeissen. Zum Glück ist kein Schnee, und der Steig ist viel begangen und daher gut ausfindig zu machen.




Den Wanderer, ein älterer Mann aus Bozen, haben wir am Gipfel dann eingeholt. Hier befindet sich kein Kreuz und auch kein Turm oder Gipfelbuch. Lediglich ein Gestell mit Antennen steht am höchsten Punkt. Mit Steinen hat man ein Stück Trockenmauer mit einem Fenster angelegt, wo man genau beim Durchschauen die Cevedale Gruppe sieht. Kurz unterhalten wir uns noch und halten es doch einmal länger auf einen Gipfel aus. Dann kommt der Abstieg, wo wir noch maximal auf zehn Bergwanderer treffen, die noch hoch möchten. Es ist schon angenehmer, hier mit einem ruhigeren Betrieb. Natürlich, es ist nicht etwas für Jedermann oder Jedefrau auf über dreitausend Meter zu steigen. Beim Abstieg lassen wir uns Zeit und unterhalten uns mit einigen die wir begegnen. Wir wollen dieses herrliche Wetter und diese Landschaft noch in vollen Zügen geniessen. Die Lady besucht jede Wasserstelle und macht gar keinen müden Eindruck. Es sind keine Murmeltiere zu hören, man sieht auch keine. Auf den Wiesen sind noch Schafe zu sehen, die Kühe sind auch nicht mehr alle auf den Almen. Bei der Zufallhütte kehren wir noch pünktlich zur Mittagszeit ein. Hier herrscht ein ganz ruhiges Klima, keine gestressten Touristen, auch die Kellner sind sehr freundlich, obwohl die Studenten, die Ihre Sommerjobs hier hatten weg sind. Für diesen Sommer kann es schon sein, dass auch wir zum letzten Mal hier gewandert sind, aber sag niemals nie!
Die Strecke war 13,3 Km lang bei 1.100 Höhenmetern, wir waren drei Stunden und 45 Minuten unterwegs ( reine Gehzeit). Start : Von der Zufalhütte 2.265m nehmen wir den Steig Nr 151 durch das Madtitschertal bis zum Joch 3.123m. Von hier aus rechts den unmarkierten Steig bis zum Gipfel 3.325m nehmen. Abstieg wie Aufstieg.
Mit Hund : Nur für fitte und trittsichere Hunde geeignet. Klettergurt notwendig ab 3.000m wird es abschüssig. Wasser findet man bis auf dreitausend Meter. Wir hinterlassen bei unseren Wanderungen in der freien Natur keinen Müll, dankeschön.
| Entfernung: | Keine Daten |
| Minimalhöhe: | Keine Daten |
| Maximalhöhe: | Keine Daten |
| Differenz max/min: | Keine Daten |
| Höhengewinn (~): | Keine Daten |
| Höhenverlust (~): | Keine Daten |
| Dauer: | Keine Daten |
