Sas De Adam 2.430m vom Campitello di Fassa 1.390m über die Val de Grepa. Anstrengende Bergwanderung.

Sas De Adam 2.430m vom Campitello di Fassa 1.390m  über die Val de Grepa. Anstrengende Bergwanderung.

Nach langen Überlegen, wo man in diesem schönen Val di Fassa noch eine eher anspruchsvolle Wanderung unternehmen könnte, ohne die Massen zu begegnen, die im August die schönsten Ziele überrennen, haben wir uns entschieden von Campitello über das sehr ruhige Val die Grepa zur Pian de Sele hochzusteigen. Dort nehmen wir dann den Grat, über die grünen Hügel bis zum Rifugio Bufaure, wo sich zur Zeit eine große Baustelle befindet, da die Zustiegsanlagen und auch Alles drum herum erneuert wird. Das haben wir bei unserer Wanderung zur Cima Undici und der Punta Vallaccia vor einem Monat gesehen. Gestern Nachmittag waren wir noch kurz auf dem Pordoijoch und sind über die Alta via delle Creste bis zum Col de Cuc auf 2.523m gewandert. Das Wetter war gerade einladend schön. Die Via delle Creste ist der gesicherte Steig oberhalb dem Viel del Pan, wo eine Karawane bis zum Rifugio Viel del Pan oder bis zum La Gorza läuft. Oben ist man fast alleine. Das Panorama ist wohl eines der schönsten in dieser Gegend. Bei der heutigen Tour starten wir direkt vom Hotel aus und gehen in Richtung Parkplatz der Seilbahn Col Rodella über den Fluß Avisio und auf der linken Seite der Langlaufloipe folgend bis nach Fontanazzo hinunter. Gleich nach der Brücke geht es dann links über einen alten Zubringersteig Nr 645 nach Pian de Sele auf 2.344m Meter hoch. Der Steig ist gut angelegt, viele Serpentinen und Stufen ohne Ende. Gleich nach den ersten Metern der Steigung merke ich, dass ich ganz und gar nicht gut drauf bin. Ich mag wohl beim Frühstück etwas zuviel gegessen haben. Mit vollem Magen habe ich immer Probleme. Auf jeden Fall müssen die Lady und die Marion heute voll auf mich Rücksicht nehmen. Obwohl der Weg eigentlich toll ist und auch die Landschaft immer wieder beeindruckend ist, habe ich gar keinen Spass an der Sache. Ich nehme aber die Herausforderung an und konzentriere mich volle auf die Atmung und flehe meinen Kreislauf an, die Muskeln in meinen Beinen gut zu versorgen. Die Marion sieht es auch positiv, sie sagt: „sigsch a sou geats mir foscht ollm wein du Gas gibsch, nor muas i ollaweil stean bleibn und roschtn“. Aha denke ich, aber in meinem Rucksack habe ich schon ein Zauberpulver, das man einfach unter der Zunge zergehen lässt, das nehme ich jetzt. Es braucht dann schon eine Weile, bis das wirkt, aber dann passt es wieder. Das Wetter ist auch etwas schwül, ich schwitze schon, wenn ich bei den Stufen hochschaue. Der Himmel ist auch nicht ganz klar, der Saharastaub ist mal wieder da. Dauernd trinke ich kleine Mengen, auch das ist sonst nicht meine Gewohnheit, aber heute nutzt es. Dann ab der Baumgrenze auf etwa zweitausend Meter öffnet sich vor uns die Val der Grepa, man sieht jetzt schon links den Spiz de Soforcela den wir auch schon bestiegen haben. Jetzt geht es mir gleich besser, bin echt froh darüber, denn es sind doch insgesamt 1.200 Höhenmeter zu bewältigen. Gleich kommt aber ein neues Problem hinzu: Kühe weiden hier und sind hier sicher nicht so sehr Menschen gewohnt, bis jetzt haben wir niemandem begegnet. Sie schauen uns schon etwas verwundert an, aber das Tal ist flach und breit genug, dass wir ausweichen können. Wir teilen uns auf, ich gehe vom Weg etwas nach rechts nahe an den Kühen voraus und Marion und Lady weiter links nach. Es kommt mit vor als hätte ich von Asterix den Wundertrunk gehabt, selten war ich so schnell bei Kühen vorbei, auch Marion meinte: „geats dr jeaz wieder odr hosch an Turbo eingscholtn?“ So war es auch wieder nicht denke ich und wir gehen weiter zur Hütte der Alm, wo noch Kühe absteis vom Weg sind, aber ein neues Problem: drei riesige weisse Herdenschutzhunde haben uns erspäht, dahinter sind noch zwei Boarder Collies. Ich bleibe kurz stehen und sehe wie einer schon auf uns zukommt, stehen bleibt, bellt aber mit dem Schwanz wedelt, kleines gutes Zeichen, denke ich. Aber langsam drehe ich um und sage zur Marion, wir gehen da nicht vorbei, wir gehen zurück. Sie war einverstanden, da ruft der Hirte die Hunde, sie gehen zurück. Er ruft auch zu uns heurunter, „venite pure“. Ein wenig zögernd gehen wir dann in einem weiteren Bogen bei der Hütte vorbei und weiter nach oben. War noch einmal gut gegangen, denke ich, unser Hund Lex wurde von drei Herdenschtzhunden in unserer Wiese vor der Haustüre zerlegt. So etwas vergisst man nicht. Er hat zwar überlebt, das war aber ein Wunder. Jetzt geht es über die grüne Wiese wieder steil hoch, wir gehen wieder mit gewohntem Rythmus, aber ich halte micht hinter der Marion, die es gut macht.

Dann plötzlich sind wir oben am Pian de Sele neben der Crepa Neigra, diesem markanten schwarzen Felsbrocken, der Ciampac überthront. Es ist gerade eine Gruppe an einer Wand im Klettersteig beim Aufstieg. In der halben Stunde seitdem wir sie sehen sind sie immer bei der selben Stelle. Es muss etwas mühsam sein da oben, doch scheint uns die Route nicht sehr schwierig. Jetzt sehen wir wieder das gesamte Panorama um uns herum einfach wieder mal toll. Unten am Ciampac wo die Aufstiegsanlagen ankommen sieht man die Menschenschlangen von einer Bahnstation zur nächsten gehen und dann wieder ein Stück bis zur nächsten Bahn. Es sieht von hier aus, wie bei einem Computerspiel. Kurz alles beobachten und weiter geht es über den grasbehangenen Grat über vier größere Hügel bis zum Sas de Adam, der wohl der schönste Ausssichtspunkt hier ist. Beim Aufstieg zum L`Aut auf 2.490m besetzen noch 4 Kühe den Steig am Grat. Wir umgehen sie in einem Bogen unterhalb, aber für die anderen Wanderer stellt sich das als ein fast unüberwindbares Hindernis dar. Es bildet sich gleich ein kleiner Stau, wie man es auf den Strassen jeden Tag erlebt. Am Sas de Adam herrscht hochbetrieb. Am Gipfel steht ein komisches Holzgestell mit einem roten Deckel, rundum kann man sitzen. Es ist alles besetzt und die Touristen machen auch keine Anstalten auszustellen, damit man eine Aufnahme machen könnte. Jetzt haben wir es endlich auch einmal mitgemacht, das mit dem Overtourismus. Aber wenn man mit den Aufstiegsanlagen so viele Menschen über zweitausend Metern befördert, darf man sich über die Folgen nicht beklagen. Wir gehen und begegnen noch viele Menschen hier, ich hüte mich da von Wanderern zu sprechen, das wäre übertrieben. Jeder hängt am seinem Handy spricht gerade mit irgend jemand, der gerade irgendwo steckt, das Panorama wird kaum gesehen, die Natur oder Tiere sowieso nicht. Murmeltiere sind Füchse und jagen die Dolen usw. Dann stehen so Infostände, wo sie anstehen um eine Holzfigur einer Dole oder eines Murmeltieres anzuschauen, hundert Meter entfernt pfeifen diese und meinen, hier wären wir ja. Da müssen wir halt durch, denke ich und wir gehen flott weiter und grüßen auch nicht mehr, man passt sich eben an. Bei der Rifugio Baita Cruz kehren wir kurz ein. Wir mussten mal ein wenig auftanken, mein Magen machte mir immer noch Sorgen. Ich versuchte es mit einem Cola, Marion bestellte einen Apfelstudel. Man merkte sofort, die Hütte war top organisiert, alle freundlich schön im ladinischen Stil gekleidet, da wird im Winter sicher mehr los sein. Die Aussicht von der Terrasse ist ein Luxus. Dann schauen wir uns noch einmal die Abstiegsroute an. Wir finden auch einen Weg, wo sicher wieder wenig los sein wird. Am Infostand von der Seilbahn fragen wir, wie es am besten wäre, doch leider hat man uns da nicht so recht verstanden, weil anscheindend selten jemand zu Fuß hinuntergeht. In einem kurzen Moment löste sich die Lady und war auf dem Weg zur Seilbahn, beinahe wäre sie in eine offene Gondel gestiegen. Offenbar wollte sie nicht mehr so gerne weit gehen, zum Glück konnten wir sie noch rechtzeitig zurückhalten. Von hier aus sehen wir das Dorf Pera und auch den Weg sieht man. Es sind ja „nur“ noch siebenhundert Höhenmeter Abstieg, das geht schon noch. Nach zirka einen Kilometer merkt Marion, dass sie die Stöcke vergessen hat. Also drehen wir um und gehen den Weg noch einmal ab, entweder sind sie beim Infostand oder bei der Baita Cruz, das wären dann noch einmal gute zweihundert Höhenmeter hoch. Bei der Baita finden wir sie dann auch wieder. Jetzt sind wir uns dann aber einig und machen das was Lady schon vor hatte. Alle drei sind wir schon etwas ermüdet, da genehmigen wir uns mal den Luxus und fahren diese siebenhundert Höhenmeter mit der Kabinenbahn bis nach Pozza di Fassa hinunter. Jetzt wandern wir noch kurz durch das Dorf bis zur Bushaltestelle von Pera di Fassa, um dann mit dem Bus Campitaello zu erreichen. So können wir gegen zwei Uhr gemütlich ohne Stau den Heimweg antreten.

Dei Strecke war insgesamt 13,1 km lang bei 1.298 Höhenmetern. Wir waren zirka 3,5 Stunden unterwegs ( reine Gehzeit). Start in Campitello beim Parklatz der Seilbahn Col Rodella. Den Weg auf der linken Seite des Flusses Avisio bis nach Fontanac nehmen, nach zirka 1,5km gleich bei der Brücke links den Steig 645 über die Val de Crepe zur Pian de Sele nehmen, dann rechts dem Grat bis zur Sela Dal Brunech folgen. Von hier aus den 613 zum Sas de Adam und über den Col de Valvacin und dem Rifugio El Zendron ( Baustelle) zur Baita Cruz absteigen. Weiter bis zur Kabinenbahn ober dem Rifugio Buffaure( auch Baustelle). Mit der Bahn bis nach Pozza di Fassa abfahren und dann von Pozza oder Pera mit dem Linienbus zurück nach Campitello di Fassa fahren.

Mit Hund : Nur für fitte und trittsicherer Hunde geeignet. Achtung auf den Kühen und auf den Herdenschutzhunden bei der Alm der Grepa. Wasser findet man überall auf dem Weg. Wir hinterlassen bei unseren Wanderungen in der freien Natur keinen Müll, dankeschön. Für die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein Maulkorb für den Hund Pflicht!

Track , Position: -km, -m GPX
50 100 150 200 5 10 15 distance (km) elevation (m)
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Differenz max/min: Keine Daten
Höhengewinn (~): Keine Daten
Höhenverlust (~): Keine Daten
Dauer: Keine Daten



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