Vor einer Woche waren wir auf der Julius Payerhütte unter dem König Ortler. Diesen Donnerstag wollen wir es einmal etwas lockerer nehmen und keine Mammuttour unternehmen. Es zieht uns wieder einmal nach unserem liebsten Bergen, den Fassaner Dolomiten nach Campitello. Dort mieten wir uns in ein kleines Hotel mit Wellnessanalge im Freien ein und geniesssen mal den Mittwoch Nachmittag mit anschliessenden Flanieren im Dorf. Am Donnerstag wollen wir mal in das Contrintal wandern, soweit es uns Spass macht. Beim Abendessen kommt uns dann die Idee auf den Pas de Ombreta zu gehen, wenn es uns leicht fällt. Da waren wir schon und haben auch die Cima de Ombreta 3.011m über dem kurzen Klettersteig gemacht. Das braucht es nicht mehr, sind doch noch dreihundert Höhenmeter dazu. Pünktlich um acht Uhr starten wir in Alba/ Penia unter dem Parkplatz der Seilbahnen Ciampac. Gleich geht steil über die betonierte Forststrasse Nr 602 zum Rifugio Contrin hoch. Uns überholen zwei Italiener, Vater und Sohn aus Lucca, doch beide Jünger wie wir, in recht flotten Tempo. Dann als wir den kürzeren Steig anstatt der Forststrasse nehmen überholen wir sie und sie kommen uns wieder näher aber sprechen uns an, wohin wir gehen. „Zum Contrin und dann sehen wir weiter „, meinten wir. Die beiden aber haben einen fixen Plan: Über Contrin zum Pas de Ombreta und dann über das Rifugio Failler zur Malga Ciapela, von da aus mit dem Bus nach Alba zurück. Aha denke ich, die sind aber tapfer, Marion denkt auch so ähnlich. Bis zum Contrin gehen wir dann zu viert weiter und wir geben ihnen noch ein paar Tips für machbare Touren in der Nähe. Dann bei der Hütte kehren die beiden für einen Kaffee ein. Wir sind gerade gut in Schwung und steigen weiter auf. Das Wetter ist traumhaft, nicht sehr heiß und wieder haben wir hier Wasser bis fast zur Scharte hoch. Gleich überholt uns noch eine junge einheimische Frau, die auf den Weg zur Sforcela de la Marmolada und dann der Punta Penia 3.343m, dem höchsten Punkt der Marmolada ist. Die Sforcela hätte uns gereitzt, ist aber mit der Lady nicht machbar. Alle drei sind wir gut drauf, wir schauen oft zurück, ob wir die beiden Männer nachkommen sehen, aber noch keine Spur. Kurz vor dem Pass halten wir noch an der Gedenktafel des Flugzeugabsturzes von vier jungen Südtirolern am 17.08.2013 inne. Sie hatten wohl sehr viel Pech, denn der Pass liegt vielleicht einhundert Höhenmeter weiter oben. Am Pass oben ist es einfach wieder einmal grandios. Über uns die riesige Südwand der Marmolada, man erspäht den Hans Seifert Weg, der Klettersteig der von der Sforcela 2.896m zur Punta Penia 3.349m führt,“ kein Honigschlecken „, denke ich mir. Gleich danach sieht man das gleichnamige Schützhaus,das unmittelbar neben dem Gipfel steht. Es ist eine kleine Holzbarracke mit Blechplatten umhüllt, daher schimmert sie von weiten. Auf dieser Hütte kann man auch übernachten. Seit einem Jahr wird sie von neuen Pächtern geführt, nachdem Carlo Budel aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste. Man hat in den letzten Jahren oft Berichte über ein nicht gerade umweltbewusstes Benehmen mancher Besucher dieser Hütte gelesen, die sich über den angebotenen Komfort und die Preise beschwerten. Wir vergleichen hier noch kurz einmal die beiden Varianten, A wieder den selben Weg zurück nach Alba oder B absteigen bis zum Rifugio Failler und dann bis zur Malga Ciapela und von dort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Penia bzw. Alba zurückfahren.










Da wir früh dran sind entscheiden wir uns für den Abstieg zur Malga Ciapela. Anfangs geht es über ein Geröllfeld über Serpentinen steil bergab. Einige wenige Bergwanderer stöhnen nicht wenig beim Aufstieg und stellen alle die selben Fragen : Wie weit ist es noch und wie kommen wir wieder zurück. Gerne beruhigen wir alle ein wenig, denn es besteht heute keine große Gefahr vom Wetter her, also können sie sich auch oben entscheiden, so wie wir. Bis zum Rifugio Failler sind es dann doch noch siebenhundert Höhenmeter Abstieg, die wir aber recht gut überstehen. Wir wollten schon öfters hier her, aber es ist uns doch recht weit vorgekommen. Die Hütte ist klein und auf einen Felsvorsprung gebaut, ähnlich wie die Überetscherhütte. Von hier aus kommt man auch zum Pas de Ombretola 2.864m, wo wir im letzten Jahr waren. Beim Failler trinken wir nur etwas, da wir noch ein schönes Stück Wanderung vor uns haben. Wir treffen dort den Hüttenwirt Dante, der aus Falcade kommt und ein guter Bekannter von unserem Freund Roberto ist, mit dem wir im letzten Winter über die Casoni di Valfredda gewandert sind, um uns über den Pas de Ombretola zu informieren. Dann geht es weiter über ein breites Bachbett des Ruf Scialon zuerst zur Malga Ombreta und dann bis zur Malga Ciapela einem kleinem Urlaubsort mit Campingplatz, Luxushotel,Chalets, Reitstall, Restaurants, Suovenirläden usw. Hier startet auch die Seilbahn zur Marmolada mit der man bis zur Punta Rocca auf 3.250m hoch kommt. Von hier aus kann man die atemberaubende „discesa Bellunese“ Abfahrt von 12km Länge im Winter mit den Skiern nehmen. Wenn man aus der Stadt kommt ist das hier ein kleines Paradies. Dementsprechend geht es hier auch zu, es ist alles belegt, aber nicht überfüllt. Bei der Staatsstrasse suchen wir dann vergebens die Bushaltestelle. Marion geht in eine Trafik und besorgt mal die Tikets aber man kann keine Auskunft über den Fahrplan oder der Haltestelle geben. Ich gehe in die einzige kleine Bar hier und frage einen jungen Mann hinter der Theke: “ il pullman viene qua sul piazzale e gira qui, ma non te so dire de pu, perche mi son de Alleghe, abito la“. Ich : allora hai giocato a Hockey?„. Er: „ma tu sei Markus, mio allenator alla squadra de naia“. Also dann, ich war ein Jahr lang sein Trainer bei der Eishockeymannschaft des Heeres. Jetzt kommen auch die Infos leichter rüber, der Bus kommt zirka in einer dreivertel Stunde und bringt uns bis zum Fedaiapass, da müssen wir umsteigen weil wir Region wechseln, und wenn wir bis Alba möchten noch einmal umsteigen, wegen 500m. Jetzt fällt mit wieder ein, dass ich schon mal diese Runde vor hatte und von diesem Problem gelesen habe vor fünf sechs Jahren. Man kann sich nich auf einen übergreifenden Fahrplan der Buss einigen, schade. Aber jetzt sind wir ja noch reletiv früh dran und werden so gegen drei Uhr in Penia sein. Von da aus gehen wir dann zu Fuß zu unserem Parkplatz, es sind nur noch hundert Meter. Nach einer guten halben Stunde kommen auch noch die beiden Männer aus Lucca an. Wir können ihnen dann sofort alle Infos geben und die Zeit reicht noch für gemeinsames Bier. Dann geht es mit den zwei Bussen zurück nach Penia. Ein schöner Wandertag geht so glücklich zu Ende.
Die Strecke war 20 km lang bei 1.230 Höhenmetern. Wir waren zirka viereinhalb Stunden unterwegs( reine Gehzeit). Beim aufgezeichneten Track fehlt ain Stück vor der malga Ciapela( Asphaltierter Weg). Start in Alba di Canazei beim Parkplatz kurz nach dem Eisstadion, Forstweg Nr 602 bis zu Malga Contrin, dann immer dem Steig 610 über den Pas de Ombreta, Rifugio Failler, malga Ombreta und malga Ciapela folgen. Von hier aus braucht es Geduld beim Warten auf die Busverbindung über den Fedaia Pass nach Penia.
Mit Hund : Nur für fitte und trittsichere Hunde geeignet. Klettergurten notwendig beim Pas de Ombreta und beim Abstieg zu der : gut gesichterter Steig aber bei Hunden immer vorsichtig sein. Wasser findet man bis kurz vor dem Pas de Ombreta, dann erst wieder bei dem Rifugio Failler und danach wieder beim Abstieg durch die Schlucht, nach dem Wasserfall des Ruf Alberch. Wir hinterlassen bei unseren Wanderungen in der Natur keinen Müll, dankeschön.
| Entfernung: | Keine Daten |
| Minimalhöhe: | Keine Daten |
| Maximalhöhe: | Keine Daten |
| Differenz max/min: | Keine Daten |
| Höhengewinn (~): | Keine Daten |
| Höhenverlust (~): | Keine Daten |
| Dauer: | Keine Daten |
